amsterdam Frauenzimmer
Montag, 4. Juni 2007
Wenn ich einmal reich wär'...

FOTO: Rich Germany AG

...dann wüsste ich ab September zumindest, ab wann ich ich auch in Deutschland für reich gehalten würde: SIE >> ZU IHREM Blog macht eines schönen Morgens die Haustüre auf - und wer steht vor der Villa auf der Kiesauffahrt? Natürlich: Der Postbote. Nicht irgendein Postbote, sondern der, der eine Ausgabe der "RICH" in den Händen hält, dem ersten "Statusmagazin" (Pressetext der RICH Germany AG) für reiche Leute, das auch nur jene erreichen soll, die wirklich etwas auf der Kante haben. SIE wird also die Septemberausgabe von "RICH" in den Händen halten, weil SIE in diesem Monat gemeinsam mit 100.000 anderen Reichen von Redaktion und Verlag des Blattes auserkoren wurde - aus 533.000 potenziellen "RICH"-Tauglichen. Denn das Magazin gibt's nicht am Kiosk, man muss es sich sozusagen verdienen.

Und SIE hat es sich verdient, ist ja schließlich aus dem Osten hierher gekommen, um (nach aktueller Spiegel-Lesart) Mr. Right (also mich) hier im Westen zu treffen, dann 1,43 Kinder zu zeugen, sich am gemeinsamen Wohlstand zu laben und (natürlich "RICH"-lesend) nie mehr nur einen Gedanken an den Osten zu verschwenden.

PS: Ich war eben schon mal am Briefkasten, hätte ja sein können, dass "RICH" schon einen Privatboten mit einem Ansichtsexemplar vorbeigeschickt hat...

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Sonntag, 3. Juni 2007
Ich bin schuld, Tiefensee!


Da im Zusammenhang mit dem Frauenmangel im deutschen Osten allerlei Selbstanklagen durchs Netz vagabundieren, möchte ich mich nun auch einreihen: Ich bin schuld! Und zwar daran, dass SIE >> ZU IHREM Blog in diesem Moment nebenan auf der Couch in einem Prachtband über das westlichste aller Magazine ("Vogue") blättert, während SIE doch besser (nach Lesart der Regierung) auf die rollende Bibliothek des Herrn Bundesminister Tiefensee irgendwo zwischen Anklam und Schkopau warten sollte.

Doch, lieber Herr Tiefensee, daraus wird nichts! Nur weil Sie in Leipzig allein mit Ihren Hormonen und vielleicht noch ein paar angetrunkenen Neonazis ohne Hauptschulabschluss in Ihrer Stammkneipe hocken, aber lieber mit einem studierten und hübsch anzusehenden weiblichen Wesen über Adorno parlieren wollen, muss SIE noch lange nicht zurück. Ihr windiges Förderprogramm ist als Lockprämie völlig ungeeignet. Frau will keinen Ruf-Bus und auch keine rollende Bücherei vor der ehemaligen LPG, Frau will Luxus! Und wenn schon keine Louis-Vuitton-Tasche an jedem zweiten Dienstag im Monat, dann wenigstens ein Bildband über Frauenträume! Nein, nicht über Wolfgang Thierse, Sie Zonenklops. Über die "Vogue"!

(Anmerkung: Der Autor stammt selbst aus Neufünfland und darf daher ungeschützt Ossischelte betreiben, zumal, wenn es sich um Politikerreflexe der billigsten Sorte handelt.)

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Freitag, 1. Juni 2007
Auf den Hund gekommen / Spürnase


SIE >> ZU IHREM Blog hatte es heute mit den Vierbeinern - mal wieder. Zunächst tatsächlich, dann im übertragenen Sinne. Darum nachfolgend zwei Episoden aus dem Hause Frauenzimmer:

Auf den Hund gekommen

SIE mag keine Hunde. Nicht, dass SIE grundsätzlich was gegen deren Existenz hätte, nur sollte "Waldi" nicht an IHR hochspringen, sie ankläffen oder mit der Pfote auf IHRE Füße treten. Doch genau das ist IHR heute Morgen passiert, während ich für ein paar Minuten die Wohnung verlassen hatte.

Als ich die Tür wieder aufschloss, jaulte es aus dem Schlafzimmer. Ich erschrak, befürchtete schon, SIE habe eine spontane Tierverwandlung durchgemacht oder übe sich in yogischen Sonderdisziplinen. Nichts dergleichen: Unsere Architektin war vorbeigekommen, um die undichten Fenster in Augenschein zu nehmen (siehe "Hier kommt die Flut"). Dabei hatte die Dame ausgerechnet "Johann", einen Rauhhaardackel, der unentwegt an IHR hochsprang, jaulte und IHR auf die Füße trat.

Nachdem "Johann" nebst Architektin wieder im Treppenhaus verschwunden war, ging SIE direkt zur Dekontaminierung über: Teppich saugen, "Johann"-Wege nachwischen, desinfizieren. Kurz: SIE war auf den Hund gekommen. Und das mit dem Wischen war's für diesen Tag noch lange nicht...

Spürnase

Es roch seltsam in unserer Küche, irgendwie nicht so wie es in der ansonsten aprilfrischen Frauenzimmer-Cucina riechen sollte. Ich schnüffelte am Kühlschrank, im Spülbecken, in den Schränken über dem Herd. Nichts. SIE tat es mir gleich. Immer wieder gingen wir zum Riechangriff über. Ohne Ergebnis. Dann musste ich ins Büro. Drei Stunden später IHR Anruf: "Riechquelle gefunden und eliminiert!" Unser Dielenfußboden war der Stinker. Ausgerechnet der, der sonst ganz und gar duftneutral daherkommt. Doch SIE ist eine Frau der Tat: Mit einem Wisch war alles weg.

Ich habe ja "Johann" in Verdacht, obwohl er mit seinen kurzen Beinen meiner Beobachtung nach bei seiner morgentlichen Jaul-Tret-und-Spring-Attacke das Küchenterrain nicht erreicht hatte. Aber ich war ja auch kurz außer Haus gewesen heute Morgen...

SIE indes bewies echten Spürsinn, als SIE vorhin auf allen Vieren über den Fußboden schnupperte. Wer denkt schon bei *stink* an *ganz unten*? Vielleicht macht SIE ja jetzt doch noch eine Tierverwandlung durch! Dann wäre ich auf den Hund gekommen. Hoffentlich wird SIE dann keine deutsche Dogge, so viel Platz haben wir nämlich nicht;-)

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